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Themenübersicht


Unser Beitrag bei der Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke

 

BTI-Ausbringung

Die Grundlage unserer Bekämpfung ist das Abtöten der Larven der Asiatischen Tigermücke in den wassergefüllten Brutstätten mit dem biologischen Wirkstoff BTI. Dabei ist der eigentliche Wirkstoff ein Eiweißkristall, welches von dem sporenbildenden Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis (B.t.i.) gebildet wird. Dieses biologisch abbaubare Eiweißkristall wirkt hochselektiv und nur tödlich für die Larven weniger Mückenarten. Für andere Tiere, wie z.B. Hunde, Katzen, Vögel, Reptilien, Amphibien und natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff BTI völlig unbedenklich. So wird der rein biologische Wirkstoff schon seit über vier Jahrzehnten von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Larven der Asiatischen TigermückeSchnakenplage (KABS e.V.) bei der Bekämfpung der plageerregenden Überschwemmungsmücken in den Rheinauen der Oberrheinebene eingesetzt.

Der biologische Wirkstoff BTI wird von unseren Mitarbeitern im Bereich der Vorkommen der Asiatischen Tigermücke in Heidelberg ab Ende April 2018 im regelmäßigen Abstand per Hand ausgebracht. Um ein Heranwachsen und Ausfliegen der flugfähigen erwachsenen Tiere zu unterbinden, ist es für einen guten Bekämpfungserfolg notwendig, möglichst viele der vorhandenen wassergefüllten Brutstätten mit dem biologischen Wirkstoff zu behandeln. Diese zeitaufwändige Arbeit erfordert einige Erfahrung und ein geschultes Auge, da die Asiatische Tigermücke bei der Auswahl der Brutstätten eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit zeigt und selbst kleinste wassergefüllte Gefäße oder Hohlräume zur Aufzucht ihrer Larvenbrut nutzt. Vor allem in der Umgebung von menschlicher Aktivität nutzt die Art die große Fülle an künstlichen Brutgefäßen und konnte selbst in weggeworfenen Flaschen, Haushaltsgeräten und sogar Ameisenfallen gefunden werden. Trotzdem gehen wir aufgrund unserer Erfahrungen davon aus, dass durch die regelmäßige, gründliche Brutstättensuche und sorgfältige BTI-Behandlung bis zu 99 % der Tigermücken schon im Larvenstadium abgetötet werden können.

 

Sterile-Insekten-Technik (SIT)

Seit 2016 wendet das Institut für Dipterologie auch die Sterile-Insekten-Technik zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke in Heidelberg an. Bei diesem sogenannten Selbstvernichtungsverfahren werden zuerst Männchen der Asiatischen Tigermücke im Labor gezüchtet und durch ionisierende Bestrahlung sterilisiert. Diese unfruchtbaren SIT-Männchen werden in großer Zahl im Befallsgebiet freigelassen, wodurch wildlebende Weibchen, welche sich mit den freigelassenen SIT-Männchen paaren, nicht lebensfähige Eier ablegen.

Paarung der Asiatischen Tigermücke

Die wöchentliche Freilassungen der SIT-Männchen erfolgt ab Anfang Mai 2018 im Bereich der Vorkommen der Asiatischen Tigermücke in Heidelberg. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass, wie bei allen Stechmückenarten, auch die Männchen der Asiatischen Tigermücke keinen Stechrüssel besitzen, und nur Blütennektar oder Pflanzensäfte als Nahrung aufnehmen und daher nicht stechen.

Durch die ebenfalls umweltfreundliche SIT-Bekämpfungsmethode wird ein Großteil der bei der BTI-Ausbringung entkommenen Weibchen der Asiatischen Tigermücke daran gehindert, erfolgreich Nachkommen zu zeugen. Je nach der Anzahl der ausgebrachten SIT-Männchen, der Verteilung der SIT-Männchen im Befallsgebiet und der Anzahl der bei der BTI-Behandlung entkommenen Weibchen, ist von einer weiteren Reduktion bzw. Fehlbefruchtung der verblieben Wild-Weibchen von bis zu 75 % auszugehen.